Anwaltsgebühren

Die Vergütung von Rechtsanwälten wird im sog. Rechtsanwaltsvergütungsgesetz (RVG) geregelt. Danach werden die Anwaltsgebühren nach Gegenstandswerten berechnet, soweit das RVG nichts Anderes vorsieht. Zusätzlich kann der Anwalt eine Vergütungsvereinbarung mit dem Mandanten abschließen. Das macht beispielsweise dann Sinn, wenn der Streitwert gering ist und der Anwalt andernfalls nicht mehr kostendeckend arbeiten kann.

 

Beispiel: Nach einem Verkehrsunfall hat Ihnen die Haftpflichversicherung des Unfallgegners mit Ihrem ersten Anschreiben eine schnelle und unkomplizierte Unfallregulierung angekündigt. Sie entschließen sich daraufhin, die Regulierung Ihres Unfallschadens selbst in die Hand zu nehmen, um dann nach Wochen oder gar Monaten aufwendigen Schriftverkehrs mit der Versicherungsgesellschaft feststellen zu müssen, dass diese nur einen Teil des geltend gemachten Schadens ausgleichen wird. Beauftragen Sie erst nach erhaltener Teilzahlung einen Anwalt mit Ihrer Vertretung, richten sich dessen Gebühren nur nach dem Wert, der offenen Forderung. Unter Umständen sind die danach anfallenden Gebühren dann so niedrig, dass der Anwalt entweder mit Verlust arbeiten müsste oder er ist gezwungen, mit Ihnen Gebühren zu vereinbaren, die zu Ihren Lasten gehen.

 

Auch eine Beratung durch den Anwalt, egal ob sie in einem persönlichen Gespräch, telefonisch oder schriftlich erfolgt, ist nicht kostenfrei, wenn sie nicht im Zusammenhang mit einer anderen anwaltlichen Tätigkeit steht.

 

Sind Sie rechtsschutzversichert, müssen Sie folgendes bedenken: Der Kostenschuldner des Anwaltes sind Sie als dessen Auftraggeber, nicht Ihre Rechtsschutzversicherung. Regelmäßig ist es daher so, dass der Anwalt Ihnen seine Gebühren in Rechnung stellt und Sie Ihren Erstattungsanspruch als Versicherungsnehmer gegenüber Ihrer Rechtsschutzversicherung geltend machen. Es empfiehlt sich, zuvor eine schriftliche Kostendeckungszusage der Rechtsschutzversicherung einzuholen. Häufig gehen Mandanten ganz selbstverständlich davon aus, dass der Anwalt mit Übertragung des Mandates bei Vorhandensein einer Rechtsschutzversicherung automatisch auch bei dieser eine Kostendeckungszusage einholt bzw. die Korrespondenz mit der Rechtschutzversicherung führt. Wichtig zu wissen ist in diesem Zusammenhang, dass auch das Einholen der Kostendeckungszusage bzw. die Korrespondenz mit Ihrer Rechtsschutzversicherung eine eigenständige Angelegenheit ist, da sie losgelöst ist von dem eigentlichen Auftrag, der erteilt wurde und mithin einen gesonderten Gebührenanspruch des Anwaltes auslöst, nämlich eine Geschäftsgebühr, die nicht von Ihrer Rechtsschutzversicherung zu übernehmen ist.